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Romanwelten – Erschaffe Universen, die faszinieren!

  • Autorenbild: Patricia Alge
    Patricia Alge
  • 24. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Ob Fantasy, Liebesroman oder Krimi – jede gute Geschichte sollte in einer Welt spielen, die sich für Leserinnen real anfühlt. Der Weltenbau ist somit das Fundament, auf dem deine Geschichte steht. Eine authentische und glaubwürdige Welt kann Leserinnen fesseln und deine Geschichte unvergesslich machen. Aber wie erschafft man Roman-Universen, die faszinieren? Hier sind einige Tipps, um deine (Fantasie)Welt zum Leben zu erwecken.


1. Die Grundregeln deiner Welt

Jede Welt – egal wie fantasievoll oder realistisch – braucht klare Regeln. Was ist möglich? Was nicht? Welche Gesetze, Traditionen oder Naturgesetze prägen diese Welt? Leserinnen akzeptieren fast jede Prämisse, solange sie innerhalb der Welt schlüssig und glaubwürdig bleibt.


Beispiel:

  • Fantasy: In J.K. Rowlings Harry Potter-Universum existiert Magie, aber sie unterliegt festen Regeln, zum Beispiel wie Zaubertränke wirken oder wie Zauberstabduelle funktionieren.

  • Liebesroman: In Stolz und Vorurteil bestimmt die gesellschaftliche Etikette der Regency-Zeit, wie Beziehungen und Heiratsanbahnungen ablaufen.

  • Krimi: In Die Toten von der Mörderinsel regelt das abgeschiedene Inselleben mit seiner strikten Hierarchie, wie Menschen miteinander umgehen und Verbrechen verheimlicht werden.



2. Schauplatz als Charakter

Eine gut geschriebene Welt kann so lebendig wirken wie ein eigener Charakter. Sie hat eine Geschichte, Eigenheiten und Geheimnisse. Frag dich: Welche Aspekte machen deine Welt einzigartig? Vielleicht ist es die Geografie, die Architektur oder eine spezifische kulturelle Tradition.


  • Denk nur an die schwebenden Berge und das farbenprächtige Dschungelreich von Pandora in Avatar. Absolut fantastisch, aber dennoch glaubwürdig

  • Das romantische, kleine Café in Paris aus Ein Jahr in Paris, das der Geschichte diese einzigartige Atmosphäre verleiht.

  • oder das neblige, bedrohliche Edinburgh, aus der Inspector Rebus-Reihe.



3. Die Perspektive der Figuren nutzen

Zeige die Welt durch die Augen deiner Figuren. Wie erleben sie ihre Umgebung? Wie agieren sie darin? Was ist für sie alltäglich, und was eher außergewöhnlich? Die Perspektive deiner Figuren macht die Welt für deine LeserInnen wesentlich glaubwürdiger und emotional erfahrbar.


  • In Harry Potter erleben wir die magische Welt aus Harrys Perspektive, wie er sie zum ersten Mal entdeckt.

  • In Stolz und Vorurteil erleben wir die gesellschaftlichen Zwänge und romantischen Verwicklungen durch Elizabeth Bennets oft ironische Sicht.

  • Und in Gone Girl zeigt uns Amy ihre durchtrieben geplante Welt aus ihrer manipulativen Perspektive.



4. Details, die den Unterschied machen

Es sind oft die kleinen Details, die eine Welt real wirken lassen. Was kommt auf den Tisch und wie schmeckt das Essen? Welche Fauna und Flora herrschen darin? Mit welchen Fahrzeugen bewegen sich die Figuren und wie sieht ihr typischer Tagesablauf aus? Solche Nuancen verleihen deiner Welt Tiefe, ohne dass du sie komplett beschreiben musst.


  • Das einfache, aber herzhafte Essen der Hobbits in Der Herr der Ringe. Die Vielzahl von Malzeiten, die sie als normal erachten... macht sie das nicht unglaublich sympathisch?

  • Die detaillierten Beschreibungen der Pariser Atmosphäre in Die fabelhafte Welt der Amélie. Ohne sie wäre Amélies Geschichte nur halb so charmant.

  • Oder der Geruch von altem Holz und Papier in Sherlock Holmes’ Apartment in der Baker Street. Nach wenigen Zeilen glaubt man sein Zuhause tatsächlich zu riechen. Und mal ehrlich, niemand mit schwachem Magen würde es wagen, Sherlocks Kühlschrank zu öffnen.

 


5. Vermeide Infodumps

Ein komplexer Weltenbau mit spannenden Details ist toll, aber Vorsicht, niemand möchte seitenlange Erklärungen über die vorherrschende Natur oder Funktionsweise eines fliegenden Rasenmähers lesen. Enthülle Informationen über deine Welt stückweise, eingebettet in die Handlung oder den Dialog. So bleiben die Leserinnen neugierig und lernen die Welt organisch kennen.


  • In Game of Thrones werden die politischen Intrigen der sieben Königreiche durch Dialoge und Handlungen eingeführt.

  • In Die Chemie des Todes von Simon Beckett werden forensische Details in die Handlung eingeflochten, ohne die Story auszubremsen oder zu überladen.



6. Konflikte und Herausforderungen

Jede Welt sollte Herausforderungen oder Konflikte bieten, die für die Figuren spezifisch sind. Vielleicht ist es ein gesellschaftliches System, das die Figuren unterdrückt, oder eine Naturkatastrophe, die die Welt bedroht. Solche Elemente treiben die Handlung voran und machen die Welt lebendig.


  • Die gesellschaftlichen Zwänge in Stolz und Vorurteil, die Elizabeth und Darcy voneinander trennen.

  • Die Rettung der verschollenen Tochter in San Andreas bei der Folgeerdbeben sowohl der Tochter als auch den Eltern immer wieder neue Herausforderungen in den Weg werfen.



7. Inspiration aus der echten Welt

Große Fiktionen basieren oft auf der Realität. Lass dich von Geschichte, Kulturen, Mythen oder wissenschaftlichen Konzepten inspirieren. Dies verleiht deiner Welt eine gewisse Verankerung und macht sie glaubwürdiger.


  • Tolkin liess sich für Der Herr der Ringe von den antiken nordischen Mythen inspirieren.

  • Für immer Liebe basiert auf der wahren Geschichte eines Ehepaars, das nach einem Gedächtnisverlust neu zueinanderfinden musste.

  • und Umberto Eco gab offen zu, dass sein Roman  Der Name der Rose vom Serienmörder Jack the Ripper inspiriert wurde.



8. Konsistenz ist der Schlüssel

Nichts zerstört die Glaubwürdigkeit deiner Geschichte schneller als Widersprüche. Stell deshalb sicher, dass alle Aspekte deiner Welt – von der Geografie über die Kultur bis hin zur Sprache – stimmig sind und konstant auch bleiben.

Niemand möchte einen Sherlock Holmes erleben, der anstelle seiner deduktiven Logik plötzlich auf wilde Spekulationen setzt, um seine Fälle zu lösen. Oder eine Elizabeth Bennet von Stolz und Vorurteil, die ihre manierliche Sprache plötzlich ablegt und wie ein Rohrspatz vor sich hin flucht, während sie ein Uber ruft. 



9. Teste deine Welt

Nicht sicher, ob deine Welt stimmig ist? Lass TestleserInnen in deine Welt eintauchen. Verstehen sie die Regeln? Finden sie die Welt interessant und glaubwürdig? Ihr Feedback hilft dir, Schwachstellen zu erkennen und auszubessern.


Fazit

Du siehst, Weltenbau ist weit mehr als das Erstellen eines Schauplatzes. Eine gut durchdachte Welt macht deine Geschichte unvergesslich und gibt deinen Figuren Raum, sich zu entfalten. Egal, ob du detailreiche Fantasy-Universen, realistische Krimischauplätze oder gefühlvolle Umgebungen für Liebesromane erschaffst: Deine Welt sollte stets so lebendig und fesselnd sein, dass Leserinnen darin eintauchen und verweilen wollen. Plane mit Sorgfalt, erzähle mit Leidenschaft und erwecke dein Universum zum Leben!


Frage an dich:🌍

Wie baust du deine Romanwelten auf? Was ist dir wichtig? Oder hast du noch weitere Fragen zu diesem Thema? Ich würde mich sehr freuen, in den Kommentaren von dir zu lesen! ✨📚

 


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